Ein Sonntag am See: Von Sommer und Freiheit

Ein Sonntag am See

Sommer in München: Radlschlangen schieben sich schwitzend in Richtung Isar, in den Biergärten stapeln sich Touristen mit Einheimischen um die Wette und der Reichenbachkiosk macht Rekordumsätze.

Sommer in München: Goldene Sonnenuntergänge geben alles, um die Szenerie an der Isar möglichst kitschig zu gestalten, das Freilichtkino im Park lockt mit alten und neuen Klassikern und die aufgeheizten Straßen fühlen sich ein kleines bisschen an wie in Italien. Montagabende werden zu Freitagen, Mittwoch kurz nach acht fühlt sich an wie Samstagabend.

Und sonntags, sonntags geht es an den See. Glücklich ist, wer ein Auto hat. Fenster runter, Musik an und ab auf die Autobahn. Gen Norden, gen Süden oder doch eher in westliche Richtung? Egal! Hauptsache ans Wasser, in die Natur, in die Einsamkeit. (Einsamkeit? Nicht in Münchens Seenland.) Oder doch ans Meer? Bald wieder, ganz bald, aber nicht heute!

Die Musik schallt aus den Boxen, angebräunte Arme fühlen den Fahrtwind, die Haare zerzaust und sonnenhell. 20, 30, 40 Kilometer und man ist im Seeparadies. Mit Handtüchern werden Reviere abgesteckt, Grüppchen gebildet, das eigene kleine Reich geschaffen. Hier wird gelesen, getratscht, geschlafen, gebräunt, gecremt, gelacht. Das Ufer wird zur Grenze zwischen denen, die sich trauen und denen, die ihren Bikini lieber nicht nass machen. Der Seeblick wird zum Ruhepol.

Je länger man bleibt, desto ruhiger wird es. Die meisten folgen dem fernen Ruf des drohenden Montags, die Familien entfliehen in ihre geregelte Abendroutine und 20.15 Uhr ist Tatort-Zeit. Der Steg leert sich, die Sonne sinkt tiefer, das Wasser glitzert als verlässliche Konstante im zerfließenden Wochenende.

Wenn man dann die Nase in die Sonne streckt, die Augen zu macht und ganz tief einatmet, riecht man die Seeluft, hört das Flüstern der leisen Wellen und spürt die Sommersonnenstrahlen tief ins Glücklichsein eindringen. Dann fühlt es sich ein bisschen an wie Urlaub. Freiheit. Nur das Meer fehlt.

Und im Auto zurück nach München (möglichst spät, dann gibt’s auch keinen Stau), schallt gute Musik aus den Boxen, angebräunte Arme fühlen den Fahrtwind, die Frisur ist eh zerstört. Und dann der Gedanke: Sommer in München. Sonntags am See. Hach.

Ein Sonntag am See

Ein Sonntag am See

Ein Sonntag am See

Übrigens auch ganz großartig: Ein Wintertag am Eibsee.

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1 Comment

  1. […] wir zunächst mit etwas Sommerfeeling – Tina nimmt uns mit an den See und gibt uns einen kleinen Hauch Münchner-Sommerfeeling, dass auch ich nun so bestätigten kann. […]

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